EAD (Encoded Archival Description) ist ein XML-basierter Standard für die Kodierung archivischer Findmittel — Bestandsverzeichnisse, Repertorien, Inventare. Gepflegt wird er gemeinsam von der Library of Congress und der Society of American Archivists (SAA). EAD bildet die ISAD(G)-Verzeichnungselemente in einer XML-Hierarchie ab und ist damit das verbreitete Austauschformat, etwa für Aggregatoren wie Archives Portal Europe.

Die aktuelle Version ist EAD3 (2015); viele Bestandssysteme nutzen weiterhin EAD 2002.

Grundstruktur

<ead xmlns="http://ead3.archivists.org/schema/">
  <control>
    <recordid>CH-001823-7-AB</recordid>
    <filedesc>
      <titlestmt><titleproper>Bestand …</titleproper></titlestmt>
    </filedesc>
    <maintenancestatus value="new"/>
    <maintenanceagency>…</maintenanceagency>
  </control>
  <archdesc level="fonds">
    <did>
      <unitid>AB</unitid>
      <unittitle>Familienarchiv …</unittitle>
      <unitdate normal="1620/1980">1620 – 1980</unitdate>
      <physdesc><extent>15 lfm</extent></physdesc>
      <repository>…</repository>
      <origination>…</origination>
    </did>
    <scopecontent>…</scopecontent>
    <bioghist>…</bioghist>
    <accessrestrict>…</accessrestrict>
    <dsc>
      <c01 level="series">…</c01>
      <c01 level="series">…</c01>
    </dsc>
  </archdesc>
</ead>

Zwei Hauptbereiche:

  • <control> — Metadaten zum Findmittel selbst (Identifier, Erstellung, Sprache, Konventionen).
  • <archdesc> — Beschreibung des Bestands mit <did> (Identifikation), Kontext-Elementen (<bioghist>, <custodhist>) und der Hierarchie der Untergliederungen in <dsc>.

Hierarchie der Komponenten

In EAD2002 sind die Untergliederungen mit ihrer Tiefe nummeriert:

<c01 level="series">
  <did>…</did>
  <c02 level="subseries">
    <did>…</did>
    <c03 level="file">
      <did>…</did>
      <c04 level="item">…</c04>
    </c03>
  </c02>
</c01>

In EAD3 wird stattdessen ein einfaches <c> verwendet, das beliebig tief verschachtelt werden kann.

Zentrale Elemente in <did>

ElementInhalt
<unitid>Signatur
<unittitle>Titel
<unitdate>Laufzeit (Attribut @normal für maschinenlesbares Datum)
<physdesc> / <physdescset>Umfang, Material, Träger
<repository>aufbewahrendes Archiv
<origination>Provenienz
<langmaterial>Sprache der Unterlagen
<unitidstart> / <unitidend>(EAD3) Signaturbereiche

Die Pflichtfelder von ISAD(G) lassen sich vollständig in EAD abbilden — siehe ISAD(G)-Spickzettel.

EAD2002 vs. EAD3 — Unterschiede

AspektEAD 2002EAD3
Komponentenc01c12nur <c> (beliebig tief)
Namespacenicht vorgeschriebenobligatorisch (http://ead3.archivists.org/schema/)
Kontroll-Section<eadheader><control>
Daten-Normalisierung@normal@normal (vereinheitlicht)
Mehrfachsprachenbegrenztbesser unterstützt

Werkzeuge

  • AtoM (Access to Memory) — Open-Source-Findmittel-System der International Council on Archives, exportiert EAD nativ.
  • ArchivesSpace — verbreitete archivische Verwaltungssoftware in den USA, EAD3-Export.
  • ICA-AtoM-Imports — viele Archivportale nehmen EAD per Upload entgegen.
  • oXygen XML Editor — gute Schema-Unterstützung, EAD-Frameworks vorinstalliert.

Aus unserer Praxis

Aus Anton exportieren wir Findmittel als EAD und stellen sie über eine OAI-PMH-Schnittstelle für das Archives Portal Europe bereit. Im Einsatz beim Gosteli-Archiv (Geschichte der schweizerischen Frauenbewegungen).